Gleichzeitig zeigt die bisherige Zwischenbilanz: Der Spielbetrieb ist angelaufen, Probleme werden systematisch aufgenommen und mit großem Engagement bearbeitet. Vereine, Kreishandballverbände, Spielleitende Stellen, Schiedsrichter*innen, Zeitnehmer*innen und Sekretär*innen sowie die Mitarbeitenden des Handballverbandes Schleswig-Holstein und des Deutschen Handballbundes arbeiten dabei eng zusammen.
Das Präsidium des Handballverbandes Schleswig-Holstein bekräftigt deshalb seine Entscheidung, an der Einführung von Handball360 zur Saison 2026/2027 festzuhalten. Ziel bleibt es, bisher parallel eingesetzte Systeme abzulösen und eine gemeinsame digitale Grundlage für Vereinsverwaltung, Spielbetrieb, Ergebnisse, Statistiken und verbandsübergreifende Prozesse zu schaffen.
HVSH-Präsident Dierk Petersen erklärt: „Wir haben nie behauptet, dass eine Systemumstellung dieser Größenordnung vom ersten Tag an ohne Schwierigkeiten funktionieren wird. Die ersten beiden Spielwochenenden haben uns allen viel abverlangt. Sie haben aber auch gezeigt, wie lösungsorientiert und solidarisch die Handballfamilie in Schleswig-Holstein handelt. Probleme werden nicht ausgeblendet, sondern benannt, aufgenommen und Schritt für Schritt abgearbeitet.“
Wie hoch der Unterstützungsbedarf in der Einführungsphase ist, zeigen die Zahlen aus dem zentralen Ticketsystem. Seit Beginn der intensiven Umstellungsphase wurden 5.045 Supporttickets erfasst. Davon waren am 8. September 2026 bereits 5.045 Tickets gelöst, 313 befanden sich in Bearbeitung. Zu diesem Zeitpunkt war kein Ticket unbearbeitet.
Diese Zahlen zeigen zweierlei: Die Umstellung führt erwartungsgemäß zu vielen Fragen und Unterstützungsbedarfen. Sie zeigen aber ebenso, dass eine leistungsfähige Supportstruktur aufgebaut wurde, Anfragen nicht liegenbleiben und die überwiegende Zahl der gemeldeten Anliegen bereits gelöst werden konnte.
HVSH-Geschäftsführer Sascha Zollinger sagt: „Hinter jedem beantworteten Ticket stehen Menschen, die zuhören, nachfragen, prüfen und nach Lösungen suchen. Mehr als 5.000 Anfragen sind eine enorme Größenordnung. Dass davon bereits über 4.700 abgeschlossen werden konnten und aktuell kein Vorgang unbearbeitet ist, ist das Ergebnis eines außergewöhnlichen Einsatzes. Darauf können alle Beteiligten mit Recht stolz sein.“
Der HVSH verschweigt zugleich nicht, dass die hohe Zahl der Anfragen auch Ausdruck bestehender technischer und organisatorischer Herausforderungen ist. Noch sind nicht sämtliche Funktionen vollständig praxistauglich. Teilweise erfordern Prozesse zusätzliche Arbeitsschritte, mobile Anwendungen und Systemzugänge funktionieren nicht in jeder Situation wie erwartet und einzelne Fehler müssen gemeinsam mit den technischen Verantwortlichen behoben werden.
„Es läuft noch hakelig, und das sagen wir auch so“, betont Marco Piotraschke, HVSH-Vizepräsident Spieltechnik. „Entscheidend ist aber, wie wir mit Schwierigkeiten umgehen. Wir schaffen Klarheit, stellen Übergangslösungen bereit, unterstützen die Vereine und geben Rückmeldungen strukturiert weiter. Der Start ist nicht perfekt. Aber er ist gemeinsam gelungen, und auf dieser Grundlage arbeiten wir zusammen weiter.“
Ein wichtiger Bestandteil der Begleitung sind die regelmäßig angebotenen Handball360-Vereinssprechstunden. Im September findet die Sprechstunde jeden Donnerstag um 19:00 Uhr statt. Dort informiert der HVSH über aktuelle Entwicklungen und neue Funktionen, beantwortet Fragen unmittelbar und nimmt Hinweise aus der Vereinspraxis auf. Die nächste Sprechstunde ist für Donnerstag, den 10. September 2026, um 19:00 Uhr angekündigt. Die Rückmeldungen aus den Vereinen fließen unmittelbar in die weitere Entwicklung ein.
Aus den Vereinen erreichen den HVSH ermutigende Rückmeldungen. So bedankten sich Vereinsverantwortliche ausdrücklich für den Support bei der Einführung und dafür, dass der HVSH „am Ball geblieben“ sei. Insbesondere die breite Kommunikation sowie die von Geduld und Hilfsbereitschaft geprägte Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Verband wurde hervorgehoben. Die Rückmeldungen stehen nicht dafür, dass bereits alles funktioniert. Sie zeigen vielmehr, dass Offenheit, Erreichbarkeit und gegenseitige Unterstützung in einer schwierigen Einführungsphase Wirkung entfalten.
Das Präsidium des HVSH dankt ausdrücklich allen, die in den vergangenen Wochen Verantwortung übernommen haben. Viele Ehrenamtliche haben neben Beruf, Familie und ihrem eigentlichen Engagement im Verein zusätzliche Stunden investiert. Mannschaftsverantwortliche haben Daten geprüft, Spielwart*innen Abläufe angepasst, Passstellen Fragen geklärt, Schiedsrichter*innen sowie Kampfgerichte neue Prozesse umgesetzt. Mitarbeitende im Hauptamt waren über lange Zeiträume erreichbar, haben Tickets bearbeitet, Informationen aufbereitet und kurzfristig Lösungen organisiert.
Das HVSH-Präsidium erklärt gemeinsam: „Unser Dank gilt allen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in den Vereinen, Kreishandballverbänden, Spielleitenden Stellen, Geschäftsstellen und Gremien. Was in diesen Wochen geleistet wird, ist alles andere als selbstverständlich. Wir wissen, dass die Umstellung zusätzliche Zeit kostet, Geduld verlangt und gelegentlich auch Frust verursacht. Umso mehr beeindruckt uns, mit welcher Hilfsbereitschaft, Flexibilität und Verantwortungsbereitschaft die Menschen im schleswig-holsteinischen Handball zusammenarbeiten. Wir sind unglaublich stolz auf unsere Handballfamilie. Gerade in einer schwierigen Phase zeigt sich, was Gemeinschaft bedeutet: einander zuhören, Wissen teilen, Fehler offen ansprechen, Lösungen finden und niemanden alleinlassen. Die ersten beiden Spielwochenenden waren kein Schlusspunkt, sondern ein wichtiger gemeinsamer Schritt. Wir werden weiter nachsteuern, weiter unterstützen und weiter offen kommunizieren.“
Handball360 wird auch in den kommenden Wochen allen Beteiligten Flexibilität, Geduld und Einsatz abverlangen. Der HVSH wird die Vereine weiterhin eng begleiten, die Vereinssprechstunden fortsetzen, Informationen bereitstellen, Rückmeldungen bündeln und gemeinsam mit dem DHB auf notwendige technische und organisatorische Verbesserungen hinwirken.
Die Richtung bleibt dabei klar: Ein bundesweit einheitliches Verbandsmanagementsystem ist für den Handball langfristig der richtige Schritt. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll, aber Schleswig-Holstein geht ihn nicht gegeneinander, sondern miteinander.
Gemeinsam sind wir Handball in Schleswig-Holstein.
