Um sicher zu gehen, dennoch die nötige Teilnehmerzahl zu erreichen, wurde er bundesweit ausgeschrieben.
„Um die gleiche Anzahl an Frauen für die B-Lizenz auszubilden, hätte ich sonst mehrere Jahre gebraucht“, ist sich Steffi Schütt sicher. „Und manche von ihnen wären wahrscheinlich gar nicht gekommen“, fährt sie weiter fort. Dieses bestätigten dann auch einige Teilnehmerinnen. „Als ich die Ausschreibung las, habe ich mich ganz spontan entschlossen, da mitzumachen. Für einen gemischten Lehrgang hätte ich mich nicht angemeldet“, erklärte Angela Lenz aus Büchen zu Beginn des Lehrgangs.
So fanden sich in der ersten Sommerferienwoche 13 Teilnehmerinnen und die ReferentInnen in Henstedt-Ulzburg ein. Während der folgenden Tage zeigten sich alle hochkonzentriert und sehr motiviert. Es entwickelte sich in kürzester Zeit eine vertrauliche und freundschaftliche Arbeitsatmosphäre.
Bei den für die B-Lizenz vorgesehenen theoretischen Einheiten wurde engagiert mitgearbeitet und häufig so kontrovers diskutiert, dass die Referentin Steffi Schütt die Teilnehmerinnen bremsen musste, damit die Fülle des Lehrstoffes auch bewältigt werden konnte - eine neue Erfahrung. Auch der Referent Klaus Feldmann zeigte sich von der Einsatzfreude der Damen sehr angetan: „Eine Gruppe, die so intensiv mitarbeitet, habe ich bisher nicht erlebt.“ „Das hat richtig Spaß gemacht“, meinte er dann auch zum Ende seiner Einheiten in Theorie und Praxis.
Besonders die Referentin Renate Wolf traf den Nerv der Teilnehmerinnen. In der Einheit „Coaching“ brachte die Trainerin des Bundesligisten Bayer Leverkusen ihre Philosophie der Teamführung näher. Die theoretischen Ausführungen würzte sie mit vielen Beispielen aus ihrer langjährigen Praxis als Trainerin und Managerin eines Bundesligisten. Interessiert stellten die Teilnehmerinnen hierzu immer wieder Fragen, so dass die Einheit deutlich länger wurde als geplant. Da sich aber auch Renate Wolf vom großen Interesse der angehenden „Kolleginnen“ anstecken ließ, beantwortete sie ausführlich alle Fragen und nahm sich sehr viel Zeit für ihren Vortrag. Anschließend machte sie noch einmal deutlich, dass sie der Einladung des HVSH zu diesem Lehrgang besonders gern gefolgt sei, da sie diese Idee der „Frauenförderung“ für sehr gelungen halte.
Neben Renate Wolf beeindruckte die Teilnehmerinnen aber auch die Geschichtswissenschaftlerin Frau Prof. Dr. Bea Lundt.
Ihr Vortrag „Die Rolle der Frau im Mittelalter und in der Moderne“ ließ anfangs die Frage aufkommen, was das eigentlich mit einer Trainerinnenausbildung zu tun hätte. Frau Lundt machte sehr schnell klar, dass die Frau von heute viel von ihren Geschlechtsgenossinnen des Mittelalters in Bezug auf Selbstbestimmung lernen könne. So entspricht das weit verbreitete Rollenbild der Frau im Mittelalter nach Forschungen von Prof. Lundt nicht der Realität. Vielmehr lebten die Frauen sehr viel unabhängiger und selbstbestimmter, als allgemein angenommen und leider auch immer noch gelehrt. Für die Lehrgangsteilnehmerinnen bot sich hier die Chance, ihre bisherigen Rollenbilder zu hinterfragen und gegebenenfalls auch zu revidieren.
Bevor Steffi Schütt am Sonntagnachmittag die Teilnehmerinnen verabschiedete, waren sich in dem abschließenden Gespräch alle über das Gelingen des Projektes „B-Lizenz nur für Frauen“ einig.
Doris Birkenbach
Vizepräsidentin Frauen/Entwicklung/Breitensport



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